21. Februar 2026

Daten, Daten, Daten: Warum Personas im KI-Zeitalter relevanter denn je sind | Gespräch mit Stefan Rippler #253

Daten sind das neue Gold – doch nur, wenn wir sie richtig nutzen. In der aktuellen Podcast-Episode spricht Thomas mit Stefan Rippler, Gründer des Persona-Instituts, über den Stellenwert datenbasierter Personas im Zeitalter von KI, SEO und sich wandelnden Customer Journeys. Gemeinsam diskutieren sie, warum klassische Zielgruppenmodelle nicht mehr ausreichen, wie Unternehmen Personas fundiert entwickeln und warum Datenqualität dabei entscheidend ist.

Warum Unternehmen Personas brauchen

Personas sind weit mehr als ein Marketing-Tool. Sie helfen Unternehmen, konsequent aus Sicht der Zielgruppe zu denken – im Marketing ebenso wie in HR-Prozessen, im B2B-Vertrieb oder in der Produktentwicklung. Ziel ist es, Customer Centricity oder Candidate Centricity wirklich umzusetzen.

Gerade im B2B-Bereich ist das relevant, weil Kaufentscheidungen selten von einer einzelnen Person getroffen werden. Vielmehr sind mehrere Akteure beteiligt – das sogenannte Buying Center. Wer hier nur eine Zielgruppe grob definiert, übersieht entscheidende Unterschiede in Entscheidungslogik, Informationsbedarf und Risikobewertung.

Auch für SEO- und Content-Strategien sind Personas essenziell. Stefan Rippler bringt es auf den Punkt: Keywords sind die Symptome – Personas sind die Ursache. Wer die Bedürfnisse, Ängste und Entscheidungslogiken kennt, kann Suchanfragen besser interpretieren und Inhalte zielgerichteter ausspielen.

Keywords sind die Symptome – Personas sind die Ursache.“

Was eine Persona wirklich ausmacht

Eine Persona ist ein prototypischer Vertreter einer Zielgruppe. Sie wird als konkrete Person visualisiert – mit Gesicht, Namen, Werdegang, Bedürfnissen, Pain Points, Gains und Triggerpunkten. Diese sogenannte „Setcard“ unterscheidet sich klar von einer klassischen Zielgruppendefinition, die meist nur soziodemografische Daten enthält.

Der entscheidende Unterschied: Eine Persona macht die Zielgruppe greifbar. Sie schafft ein klares Bild, mit dem Teams arbeiten können – über Abteilungen hinweg.

Daten, Daten, Daten: Der Weg zur fundierten Persona

Eine KI generierte Persona auf Basis weniger Prompts ist schnell erstellt – aber nicht zwangsläufig realitätsnah. Stefan Rippler unterscheidet klar zwischen einer „Protopersona“ (Annahmen) und einer datenbasierten Persona.

Für valide Personas braucht es:

  • Qualitative Daten (z. B. Kundeninterviews)
  • Quantitative Daten (z. B. Studien, Marktforschung)
  • CRM- und Web-Analytics-Daten
  • Externe Datenquellen wie Markt- und Medienanalysen

Erst durch die Verifizierung oder Falsifizierung von Annahmen entsteht eine belastbare Grundlage. KI kann unterstützen – aber nur, wenn sie mit echten, validierten Daten gefüttert wird.

Personas entlang der Customer Journey denken

Besonders im SEO-Umfeld wird deutlich, wie stark sich Bedürfnisse entlang der Customer Journey verändern. Unterschiedliche Touchpoints erfordern unterschiedliche Inhalte. Ein Keyword allein reicht nicht – entscheidend ist die Intention dahinter.

Ein Praxisbeispiel aus dem Podcast zeigt: Durch datenbasierte Personas stiegen nicht nur Traffic, sondern vor allem Verweildauer, Scrolltiefe und Conversion Rate. Der Content wurde näher an die Bedürfnisse der Zielgruppe gebracht – mit messbarem Erfolg.

Personas regelmäßig aktualisieren

Märkte, Mediennutzung und Technologien verändern sich dynamisch – besonders im KI-Zeitalter. Deshalb empfiehlt Stefan Rippler mindestens eine jährliche Aktualisierung der Personas. In stark dynamischen Bereichen wie SEO kann auch eine quartalsweise Überprüfung sinnvoll sein.

Wichtig ist dabei immer die Balance zwischen Aufwand und Nutzen. Zu häufige Anpassungen liefern oft nur marginale Veränderungen – zu seltene hingegen veralten schnell.

KI, Personalisierung und digitale Zwillinge

Die Zukunft liegt in der Hyperpersonalisierung. Personas entwickeln sich zunehmend zu digitalen Zwillingen einer Zielgruppe. Mit einer soliden Datenbasis können Unternehmen KI nutzen, um:

  • Personas als Chatbots zu simulieren
  • Werbemittel testen und optimieren
  • Produktveränderungen aus Zielgruppensicht bewerten

Doch bei aller Technologie bleibt eines konstant: Die Qualität der Daten entscheidet über den Mehrwert.

FAQ – Die wichtigsten Fragen aus dem Podcast

Was ist eine Persona?
Ein prototypischer Vertreter einer Zielgruppe mit klar definierten Bedürfnissen, Motiven und Entscheidungslogiken.

Was unterscheidet eine Persona von einer Zielgruppe?
Eine Zielgruppe basiert meist auf soziodemografischen Daten – eine Persona macht die Zielgruppe als konkrete Person greifbar.

Reicht KI aus, um Personas zu erstellen?
Nein. KI kann unterstützen, benötigt aber valide Daten als Grundlage.

Wie oft sollten Personas aktualisiert werden?
Mindestens einmal jährlich, in dynamischen Märkten ggf. quartalsweise.

Welche KPIs zeigen den Erfolg datenbasierter Personas?
Beispielsweise Verweildauer, Scrolltiefe, Conversion Rate oder wiederkehrende Nutzer – abhängig vom Ziel der Persona.

Fünf Learnings aus dem Gespräch

  1. Datenbasierte Personas sind die Grundlage für echte Customer Centricity.
  2. Annahmen reichen nicht – Validierung durch Daten ist entscheidend.
  3. SEO-Erfolg hängt stärker von Zielgruppenverständnis als von reiner Keyword-Optimierung ab.
  4. KI verstärkt den Nutzen guter Personas – ersetzt sie aber nicht.
  5. Weniger, aber präzisere Personas sind oft wirkungsvoller als viele oberflächliche.

Fazit

Datenbasierte Personas sind kein Nice-to-have, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor – gerade im KI-Zeitalter. Sie helfen, Content relevanter zu machen, Conversion Rates zu steigern und Marketingbudgets effizienter einzusetzen. Wer langfristig sichtbar bleiben will, muss seine Zielgruppe nicht nur kennen, sondern datenbasiert verstehen.

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thomas

Thomas Ottersbach ist Gesellschafter und Geschäftsführer des SEO Tool Anbieters PageRangers GmbH. Mit PageRangers können Einsteiger wie Fortgeschrittene die Sichtbarkeit ihrer Website analysieren, diese optimieren und weitere nützliche Funktionen nutzen. Thomas betreibt SEOSENF in erster Linie als SEO Podcast für Einsteiger und Fortgeschrittene. In seinem Business-Podcast "Digitales Unternehmertum" spricht Thomas über seine Erfahrungen als Unternehmer, bespricht passende Themen und hat immer wieder inspirierende und tolle Unternehmer:innen und Expert:innen zu Gast. Hört auch hier gerne mal rein.

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