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Wer oder was ist das BERT-Update? #108

Wer oder was ist das BERT-Update? #108
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Es war viel Bewegung bei Google in den letzten Wochen zu spüren. Und es hört nicht auf. Wie Google uns jüngst mitgeteilt hat, wurde vor kurzem ein neuerliches Update durchgeführt. Es heißt BERT (Bidirectional Encoder Representations from Transformers). Welche Auswirkungen das neue Update hat und wie es einzugrenzen ist, erfahrt ihr in unserem heutigen Podcast. Bevor ich aber konkret auf die Veränderungen eingehe, möchte ich alle kurz auf einen gemeinsamen Nenner holen.

Google muss täglich mehrere Millionen verschiedene Suchanfragen beantworten. Dabei ist die Range und Komplexität der Suchanfragen sehr unterschiedlich. Und trotz der Erfahrung und breite der Anfragen, die Google täglich verarbeitet, gibt es für Google immer wieder auch neue neue Suchausprägungen. Google spricht sogar davon, dass rund 15 Prozent neue Suchanfragen pro Tag verarbeitet werden müssen.

Google’s Rankbrain bringt die Intelligenz ins Spiel

Wir wissen, wie experimentierfreudig Google ist. Kaum ein anderes Unternehmen testet vielleicht so viel, um die Produktqualität zu verbessern. Google ist sich auch nicht zu schade Fehler einzugestehen und umgesetzte Maßnahmen wieder rückgängig zu machen. (siehe z.B. die verlängerten Meta-Descirpions). Seit 2015 versucht Google die Suchergebnisse mithilfe von maschinellem Lernen noch besser und individueller auszuspielen. Der Rankbrain Algorithmus macht dies möglich. Der Rankbrain-Algorithmus gleicht zunächst die Suchanfrage mit bereits bekannten Informationen und Mustern ab, erstellt neue Muster sowie Beziehungen und lernt auf diese Art und Weise dazu.

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Was macht der BERT Algorithmus genau?

Google Algorithmus BERTBERT ist im Grunde die logische Erweiterung und Fortführung des Rankbrain Algorithmus. Denn auch BERT soll komplexe Suchanfragen besser verstehen- nur eben anders. Da ich an dieser Stelle nicht zu technisch werden will, einfach formuliert, versucht BERT nicht nur einzelne Wörter, sondern versucht auf Satzebene ein Verständnis aufzubauen. Somit kann die Suchintention eines Nutzers noch besser bedient und Suchergebnisse exakter ausgesteuert werden. Wer sich tiefgehendere Informationen wünscht, Google hat eine ausführliche Dokumentation über BERT im Google AI Blog zur Verfügung gestellt. Laut Google kommt mit dem BERT Update das größte Update seit fünf Jahren.

Ein Beispiel für die veränderten Gegebenheiten durch BERT

Zwar ist BERT bisher nur in der englischen Google-Welt zu Hause. Doch stellt euch vor, welche Auswirkungen BERT auch bei uns haben könnte. Google hat ein anschauliches Beispiel geliefert. Und zwar wenn ein Nutzer bei Google folgendes eingibt: „Darf ich Medikamente für jemanden in der Apotheke holen“ war es bisher so, dass Google die Begriffe Apotheke und Medikamente identifiziert hat und davon ausgeht, dass der Nutzer eine örtliche Apotheke sucht. Die Suchintention war aber eine völlig andere. Es ging in diesem Fall nicht um das Auffinden der nächst gelegenen Apotheke, sondern es ging um eine rechtliche Frage, die der Nutzer gerne beantwortet hätte. Mit BERT wird dieses Verständnis nun aufgebracht und Google kann viel exakter auf Suchanfragen reagieren und ergo auch auf die eigentliche Suchintention wesentlich besser reagieren und letztlich treffendere Suchergebnisse liefern.

Auswirkungen vom BERT-Update

Das Update ist ja noch recht jung. Wie Google mitteilte, wird sich das BERT Update sowohl auf die normalen organischen Suchergebnisse als auch auf die Featured Snippets auswirken. Wie Google weiter berichtet, wird BERT dazu beitragen, dass eine von zehn Suchanfragen besser verstanden wird. So wird für  Präpositionen wie „to“, „for“ oder „by“ ein besseres Verständnis für die Suchanfrage erzielt. Eine signifikante Änderung, da man so eine konkrete Suchnachfrage auch so formulieren kann als wenn man die Frage einer anderen Person stellen würde. BERT wird aktuell nur für die englische Sprache zur Verfügung stehen. Konkret bedeutet dies, BERT ist in der Testphase und wird nach erfolgreich bestandenem Test dann in weitere Länder ausgerollt. Wann das genau sein wird, steht aktuell zum Zeitpunkt der Podcast-Aufnahme noch nicht fest.

Wird BERT Auswirkungen auf die Suchergebnisse haben?

Zunächst einmal kann man sagen, dass BERT eine sinnvolle Ergänzung zum Rankbrain Algorithmus sein wird. Während Rankbrain insbesondere auf maschinelles Lernen setzt, um Suchanfragen zu verstehen bzw. künftig besser verstehen zu können, so versucht BERT die menschliche Sprache weiter zu verstehen. Der Rankbrain-Algorithmus wird sich mit BERT sehr gut ergänzen und weitere neue Muster besser identifizieren können.

Zwar ist und bleibt Google eine Maschine, die durch bestimmte Signale versucht, die jeweils besten Suchergebnisse auf eine Suchanfrage auszuspielen. Dennoch wird mit BERT wohl ein weiterer Schritt erfolgen können, um komplexere Themen und „menschliche Sprache“ besser zu verstehen.

Alles andere wäre eine Überraschung.  Google selbst prognostiziert, dass mit BERT rund zehn Prozent der englischen Suchergebnisse zunächst betroffen sein werden. Für uns in Deutschland gilt dies, wie erwähnt, noch nicht. Es ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit und daher sollte man sich vorbereiten. Apropos vorbereiten, kann man sich auf BERT vorbereiten?

Muss die eigene Webseite auf BERT angepasst werden?

BERT ist ein normales Update und wer seine Hausaufgaben im SEO macht, muss keine Veränderungen nur für das BERT-Update vornehmen. Es geht letztlich darum, dass die Spielregeln, die für Google aufstellt, noch besser eingehalten werden können bzw. einfach eine bessere Qualität auf die gestellte Suchnachfrage erfolgen kann. Denn es geht um das bessere Verständnis bei Suchanfragen und die Antwort auf die tatsächliche Suchintention.

Konkret solltet ihr euch also darum kümmern, hochwertige Inhalte zu schaffen, die die unterschiedlichen Bedürfnisse und Intentionen der Nutzer best möglich befriedigen. Also eigentlich wie bereits heute auch schon. Das BERT Update weist noch mal auf diese Tatsache hin und sollte das Bewusstsein bei euch für hochwertige und passgenaue Inhalte stärken. Wer Inhalte produziert und bei Google Sichtbarkeit aufbauen möchte, sollte zunächst wichtige Recherche- und Benchmarkanalysen umsetzen und auf diesen Fakten basierend den Inhalt schlussendlich dann erst produzieren. Was bringt es dir, wenn du ein Thema für die Zielgruppe spannend findest, du auf dein Bauchgefühl hörst und dann so gut wie keine Suchnachfrage bei Google zu diesem Thema vorhanden ist. Also, erst überlegen, Ziele festlegen, analysieren  und erst dann den Inhalt produzieren. Ein kurzer Hinweis – wer mehr Infos zum Thema Contenterstellung haben möchte, sollte in die Shownotes blicken. Dort habe ich ein Video gepackt, was euch zeigt, welche Recherche und Benchmarkanalysen man umsetzen kann. Zumindest einige seht ihr dort.

Die Lösung für das BERT Update – Content individuell auf den Suchintent anpassen!

Ich habe es ja bereits gesagt. Macht eure Hausaufgaben, produziert relevanten Content für eure Zielgruppe und die verschiedenen Phasen der Journey. Daher ein kurzer Ausflug in das Thema Content-Produktion. Schaut euch das Video an – es hilft!

Wird BERT Einfluss auf Voice Search haben?

Absolut spekulativ. Da BERT aber insbesondere auf die menschliche Sprache abzielt, könnte es durchaus sein, dass BERT eine wichtigere Rolle künftig beim Thema VOICE Search einnehmen kann. Denn anders als bei der klassischen Googlesuche, werden Suchanfragen als ganze Sätze und nicht mit einzelnen Wörtern formuliert.

Wie könnt ihr Fragen stellen?

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Einfach per Sprachnachricht eure Frage, Kommentar, Feedback geben und ihr seid vielleicht sogar in einer der kommenden Podcast Episoden zu hören.

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